Solarenergie für die Ukraine
Dezentrale Hilfe für Gemeinden in der Region Tschernihiw
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ist die zivile Energieinfrastruktur gezielt und massiv zerstört worden. Kraftwerke, Umspannwerke und Stromnetze wurden bombardiert – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung. In vielen Regionen gehören wiederkehrende Stromausfälle, unterbrochene Wasserversorgung, geschlossene Schulen und medizinische Einrichtungen sowie fehlende Heizung zum Alltag. Besonders im Winter verschärft sich diese Situation dramatisch.
Um dieser akuten Notlage zu begegnen, hat der Verein Ukrainehilfe Zentralschweiz gemeinsam mit der ukrainischen Partnerorganisation Solidarity Mission ein humanitäres Solarprojekt umgesetzt. Ziel ist es, durch dezentrale Photovoltaikanlagen die Energieversorgung besonders betroffener Gemeinden zu stabilisieren und ihre Abhängigkeit von zerstörter zentraler Infrastruktur zu reduzieren.
1’152 Solarmodule für mehr Versorgungssicherheit
Im Frühjahr 2025 konnten insgesamt 1’152 gebrauchte, aber leistungsfähige Solarmodule aus der Zentralschweiz in die schwer kriegsversehrte Region Tschernihiw geliefert werden. Die Module stammen aus einer ersetzten Dachanlage eines Schweizer Unternehmens, sind rund neun Jahre alt und verfügen noch über eine hohe Leistungsfähigkeit. Statt entsorgt zu werden, kommen sie nun dort zum Einsatz, wo Energie überlebenswichtig ist.
Der Transport erfolgte mit drei Sattelschleppern und wurde als humanitäre Lieferung vollständig organisiert – inklusive aller notwendigen Zoll- und Transitformalitäten. Die Verteilung vor Ort wurde in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern koordiniert und begleitet.
Einsatz in Gemeinden, wo Strom lebenswichtig ist
Die Solarmodule wurden in mehreren Gemeinden und Ortschaften der Region eingesetzt. Dort sichern sie heute unter anderem:
- den Betrieb von medizinischen Zentren und Reha-Einrichtungen,
- die Wasser- und Abwasserversorgung,
- die Strassenbeleuchtung und öffentliche Sicherheit,
- den Betrieb von Schulen, Kindergärten und Gemeinschaftszentren,
- die Versorgung von kirchlichen und sozialen Einrichtungen, die auch Binnenvertriebene unterstützen,
- sowie die Existenz lokaler Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe, die für die Versorgung der Bevölkerung entscheidend sind.
Gerade in ländlichen Gebieten mit häufigen Stromausfällen ermöglichen die Photovoltaikanlagen erstmals wieder eine gewisse Energieunabhängigkeit und Planbarkeit im Alltag.
Wirkung, die bleibt
Dank der Solaranlagen verfügen viele Gemeinden heute über eine stabilere Stromversorgung. Wasser fliesst wieder regelmässiger, medizinische Einrichtungen können durchgehend arbeiten, Schulen bleiben geöffnet und soziale Angebote sind zugänglich. Die Solarpanels tragen damit direkt zur Sicherung grundlegender Lebensbedingungen bei.
Dezentrale Energieversorgung hat sich in dieser Situation als besonders wirksam erwiesen: Sie ist weniger anfällig für Angriffe, schnell einsetzbar und langfristig nachhaltig.
Ausblick
Dieses Solarprojekt ist ein wichtiger Schritt, aber nicht der letzte. Für einen vollständigen und dauerhaften Betrieb werden zusätzliche Komponenten wie Wechselrichter, Kabel, Speicherlösungen und fachgerechte Installationen benötigt. Die Ukraine-Hilfe Zentralschweiz plant deshalb, künftige Transporte gezielt zu erweitern und weitere Gemeinden zu unterstützen.
Unser Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, Partnerorganisationen und freiwilligen Helfenden, die dieses Projekt möglich gemacht haben.
Jede Solaranlage bedeutet ein Stück Stabilität, Würde und Hoffnung in einem von Krieg geprägten Alltag.







